Heer (Bundeswehr)

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Heer
Logo des Heeres
Aufstellung 12. November 1955
Land Flagge von DeutschlandFlagge von Deutschland Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Typ Teilstreitkraft (Landstreitkraft)
Grobgliederung Verbandsabzeichen Kommando Heer
Verbandsabzeichen 1. Panzerdivision
führt kein Verbandsabzeichen Division Süd
Verbandsabzeichen 10. Panzerdivision
Verbandsabzeichen Division Schnelle Kräfte
Verbandsabzeichen Dt.-Frz. Brigade (dt. Anteil)
Verbandsabzeichen 1. Dt.-Nl. Korps (dt. Anteil)
Verbandsabzeichen Eurokorps (dt. Anteil)
Verbandsabzeichen MNK NO (dt. Anteil)
Heeresamt (Bundeswehr).svg Amt für Heeresentwicklung
Verbandsabzeichen Ausbildungskommando Heer
Stärke Aktive Soldaten:

61.449[1] (September 2014)
Verstärkungs- und Personalreserve:
ca. 16.000[2]

Unterstellung Verbandsabzeichen des Führungsstabs der Streitkräfte Generalinspekteur der Bundeswehr
Hauptsitz Kommando Heer Struzberg-Kaserne, Strausberg
Leitung
Inspekteur
des Heeres
GenLt Bruno Kasdorf

 

Das Heer ist neben Marine und Luftwaffe eine der drei Teilstreitkräfte der Bundeswehr. Das Heer ist Kern der Landstreitkräfte und Träger von Landoperationen sowie Operationen luftbeweglicher und luftmechanisierter Kräfte. Mit einem Umfang von rund 62.000[1] Soldaten im Frieden ist das Heer die größte Teilstreitkraft. In allen Bereichen der Bundeswehr dienen rund 115.000 Soldaten in Heeresuniform.[3]

Die ersten Soldaten des Heeres traten am 12. November 1955 ihren Dienst an und im April 1957 wurden die ersten Wehrpflichtigen einberufen. Das Heer sieht sich ausdrücklich nicht in der Tradition der Wehrmacht. Im Kalten Krieg war die Hauptaufgabe der Bundeswehr die Landesverteidigung. Mit der Auflösung des Kommandos Territoriale Verteidigung 1969 wurden dessen Aufgaben dem Heer übertragen und dieses organisatorisch in das in die NATO-Kommandostruktur integrierte Feldheer und das unter nationalem Kommando stehende Territorialheer unterteilt. Nach Beitritt der im Wiedervereinigungsprozess wieder errichteten Länder der Deutschen Demokratischen Republik sowie Gesamtberlins zur Bundesrepublik Deutschland wurden Teile der Landstreitkräfte der Nationalen Volksarmee in das Heer integriert. Das Feldheer wuchs dadurch auf 42 Kampfbrigaden und auf 360.000 aktive Soldaten auf und erreichte damit seine historische Maximalgröße. Das Territorialheer wurde als eigener Teilbereich im Heer 2001 aufgelöst und verbliebene territoriale Strukturen und Aufgaben in den neu geschaffenen Organisationsbereich Streitkräftebasis eingegliedert. Die Wehrpflicht wurde 2011 ausgesetzt. Seitdem ist das Heer Teil einer Freiwilligenarmee. Seit April 2012 ist der Generalinspekteur der Bundeswehr truppendienstlicher Vorgesetzter aller Soldaten des Heeres.

Die Führung des Heeres obliegt dem Inspekteur des Heeres Bruno Kasdorf. Zum Aufgabenspektrum treten neben dem grundsätzlichen Auftrag der Landesverteidigung internationale Kriseninterventions- und Stabilisierungsoperationen. Heerestruppen sind dazu im Rahmen multinationaler Einsätze wie KFOR und ISAF auch in Ländern außerhalb Deutschlands disloziert. Das Heer begegnet dieser Entwicklung mit einem umfassenden Transformationsprozess. Im Rahmen von NATO und der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU sind Truppen des Heeres in multinationale Stäbe und Verbände integriert.

Auftrag und Aufgaben

Kampfpanzer Leopard 2

 

Als Teilstreitkraft der Bundeswehr ist der Auftrag des Heeres grundsätzlich deckungsgleich mit dem Auftrag und den Aufgaben der Bundeswehr, wie sie vom Generalinspekteur der Bundeswehr und dem Bundesminister der Verteidigung erarbeitet bzw. verantwortet werden. Maßgebliche Veröffentlichungen dazu sind die Verteidigungspolitischen Richtlinien Stand 2011[4], die Konzeption der Bundeswehr Stand 2013[5] und das Weißbuch Stand 2006[6]

Das Heer hat sich nach dem Ende des Kalten Krieges von einer reinen Landstreitkraft zur Landesverteidigung zu einem Heer mit erweitertem Aufgabenspektrum gewandelt. In den Verteidigungspolitischen Richtlinien werden folgende Aufgaben für die Bundeswehr definiert:

Im Weißbuch wird dem Heer folgende Rolle zugewiesen: „Das Heer ist Kern der Landstreitkräfte und Träger von Landoperationen sowie Operationen luftbeweglicher und luftmechanisierter Kräfte.“[6]

Siehe auch: Auftrag der Bundeswehr

Organisation

Führung

 

Der oberste truppendienstliche Vorgesetzte des Heeres ist der Inspekteur des Heeres. Der Inspekteur des Heeres bekleidet den Rang eines Generalleutnants und ist unmittelbar dem Generalinspekteur der Bundeswehr unterstellt. Der Inspekteur ist Befehlshaber im Kommando Heer. Über das Kommando Heer stellt er die Einsatzbereitschaft der Teilstreitkraft Heer sicher und führt die unterstellten Truppenteile. Dem Inspekteur bzw. dem Kommando Heer unterstehen unmittelbar das Ausbildungskommando Heer, das Amt für Heeresentwicklung sowie die Divisionen und die deutschen Anteile der multinationalen Verbände.

Siehe auch: Spitzengliederung der Bundeswehr

Stellung in der Bundeswehr

Stellung innerhalb der Organisationsbereiche des BMVg

 

Das Heer ist

 

Seit Gründung der Bundeswehr war das Heer immer die zahlenmäßig größte Teilstreitkraft. Dies ergab sich im Kalten Krieg aus den der Bundeswehr zugewiesenen Aufgaben im Verteidigungskonzept der NATO für Europa, heute vor allem aus der Vielzahl an Aufgaben, die die Bundeswehr im Rahmen ihrer Auslandseinsätze zu bewältigen hat und die – im Vergleich aller Teilstreitkräfte – weiterhin große Heereskontingente erfordern.

Mit dem Dresdner Erlass wurde der Generalinspekteur der Bundeswehr truppendienstlicher Vorgesetzter des Heeres, nachdem bereits der Berliner Erlass die Kompetenzen des Generalinspekteurs gegenüber dem Heer deutlich gestärkt hatte. Auch sind deutsche Truppenkontingente für die Dauer ihres Einsatzes truppendienstlich verschiedenen Stäben außerhalb des Heeres unterstellt. Die Streitkräftebasis sowie der Zentrale Sanitätsdienst der Bundeswehr umfassen heute viele ehemals im Heer angesiedelte Aufgaben und Truppenteile, beispielsweise die ehemals in den Wehrbereichen organisierten Verbände. Das Heer ist dadurch heute kaum mehr befähigt wirklich autark zu operieren. Die „Heeresuniformträger“ der Streitkräftebasis und im Sanitätsdienst sind kein Teil des Heeres.

 

Gliederung

 

Die oberste truppendienstliche Behörde ist das Kommando Heer (KdoH). Diesem sind die Divisionen, die deutschen Anteile an den multinationalen Verbänden, das Ausbildungskommando Heer mit den Schulen und Zentren des Heeres und das Amt für Heeresentwicklung mit Schwerpunkt Konzeption und Weiterentwicklung unterstellt. Truppen im Auslandseinsatz unterstehen für die Dauer ihres Einsatzes truppendienstlich dem Einsatzführungskommando der Bundeswehr (EinsFüKdoBw). Bis zur Einnahme der zukünftigen Struktur HEER2011 wird die Gliederung des Heeres weiteren Veränderungen unterzogen. Folgende Übersicht zeigt die grundlegende aktuelle Gliederung:

 

Beteiligung an multinationalen Verbänden

deutsche, dänische und polnische Offiziere des Multinationalen Korps Nord-Ost bei einer Gedenkfeier

 

Im Rahmen von NATO und der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU sind Truppen des Heeres ständig in multinationale Stäbe und Verbände integriert. Das Heer war von 1955 bis 1990 fest in die mittlerweile gelockerte NATO-Kommandostruktur eingebunden. Das Heer bleibt jedoch in den Streitkräfteplanungsprozess der NATO eingebunden. Heute sind die Korps die Träger der Multinationalität. Das Heer stellt im Bedarfsfall Kräfte für EU Battlegroups, für die Schnelle Eingreiftruppe der NATO und für Missionen der Vereinten Nationen. Die Heerestruppen sind dazu jedoch nicht ständig in diese multinationale Verbände eingegliedert, sondern werden meist nur im Bedarfsfall abgestellt. Eine Ausnahme bildet die ständig präsente Deutsch-Französische Brigade. Weitere Beteiligungen des Heeres an multinationalen Verbänden sind:

Das Heer stellt in diesen Verbänden außerdem ständig den deutschen Anteil der Stäbe sowie in begrenztem Umfang Führungsunterstützungskräfte. Das Fernmeldebataillon 610 ist beispielsweise ständig in das Multinationale Korps Nord-Ost eingebunden. Am Allied Command Europe Rapid Reaction Corps ist das deutsche Heer nur mit wenigen Generalstabsoffizieren ständig beteiligt, hat aber die 1. Panzerdivision als im Bedarfsfall abzustellenden Verband vorgesehen. In besonderer Weise ist auch das Multinationale Kommando Operative Führung der Streitkräftebasis zur Führung multinationaler Verbände, beispielsweise der EU oder NATO, befähigt. Für Ausbildung und Übung ist die 11. luftbewegliche Brigade der Niederländischen Streitkräfte dauerhaft in die Division Schnelle Kräfte eingegliedert.

Kräftekategorien

Die Truppenteile des Heeres sind anhand drei streitkräftegemeinsamer Kräftekategorien klassifiziert. Die Einteilung der Verbände in diese Kategorien ergibt sich hinsichtlich des unterschiedlichen Auftrags, der Verfügbarkeit, der Ausbildung sowie der Ausrüstung des jeweiligen Verbandes. Die Kräftekategorien sind eine Reaktion auf das erweiterte Aufgabenspektrum des Heeres und die damit verbundenen Auslandseinsätze, die sich hinsichtlich ihrer Aufgaben voneinander unterscheiden. Die Verbände der jeweiligen Kräftekategorie sind dazu einer jeweiligen Aufgabe zugeordnet. Die drei Kräftekategorien sind:

  • Eingreifkräfte werden als schnell verfügbare und besonders robuste Kräfte für (multinationale) Kriseninterventionsoperationen hoher Intensität vorgehalten und werden dazu bevorzugt ausgerüstet. Im Heer ist dazu u. a. die 1. Panzerdivision zur Division Eingreifkräfte umgewidmet worden.
  • Stabilisierungskräfte sind Verbände zur Durchführung friedenserhaltender (multinationaler) Stabilisierungsoperationen mittlerer Intensität.
  • Unterstützungskräfte sichern den Grundbetrieb des Heeres im Einsatz und in Deutschland.

Das Konzept der Kräftekategorien wird voraussichtlich im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr - wenn überhaupt - eine nur noch weitgehend untergeordnete Rolle spielen

 

Truppengattungen

KSK-Vorführung auf der ILA 2000

 

Durch den Kommandeurbrief des Inspekteurs des Heeres wurde am 17. Oktober 2005 die offizielle Gliederung der Truppengattungen des Heeres bekannt gegeben.[9] Jede Truppengattung fasst Truppenteile gemäß ihren Fähigkeiten und ihrer Ausrüstung zusammen. Äußerlich ist die Zugehörigkeit beispielsweise an der Waffenfarbe (Farbe der Kragenspiegel bzw. der Litzen, etc.) oder am Barettabzeichen erkennbar. Die Einteilung nach Truppengattungen entspricht nicht der truppendienstlichen Gliederung des Heeres. Sinn der Einteilung in Truppengattungen ist vielmehr vor allem die einheitliche Ausbildung, Rüstung und Weiterentwicklung funktional ähnlicher Teilbereiche des Heeres. Dazu sind für die Truppengattungen Schulen oder Zentren eingerichtet, an deren Spitze sich jeweils ein Offizier (meist ein Brigadegeneral) in den Dienststellungen General der Infanterie, General der Panzertruppen usw. in besonderer Weise für die Weiterentwicklung und Ausbildung einer Truppengattung verantwortlich zeichnet. Folgende Tabelle stellt die Einteilung der Truppengattungen gemäß dem Kommandeurbrief zusammen.

Truppengattungs-
verbund
Truppengattung Kragen-
spiegel

[A 1]
Barett
[A 2]
Taktisches
Zeichen

[A 3]
Stärke[A 4]
Kampftruppen
Infanterie Fallschirmjägertruppe
HD W Kragenspiegel Inf.svg
BBM Barettabzeichen FschJg pix.png
TZ AirborneINF.svg
16 Fallschirmjägerkompanien
davon 4 schwere Kompanien
Gebirgsjägertruppe
HD W Kragenspiegel Inf.svg
GHM Barettabzeichen GebTrp pix.png
TZ MtnINF.svg
12 Gebirgsjägerkompanien
davon 3 schwere Kompanien
Jägertruppe
HD W Kragenspiegel Inf.svg
BGM Barettabzeichen Jg pix.png
TZ INF.svg
11 Jägerkompanien
davon 3 schwere Kompanien
4 Sicherungskompanien
Panzertruppen Panzergrenadiertruppe
HD W Kragenspiegel Inf.svg
BGM Barettabzeichen PzGren pix.png
TZ PG.svg
24 Panzergrenadierkompanien
Panzertruppe
HD W Kragenspiegel Pz.svg
BSM Barettabzeichen Pz pix.png
TZ PZ.svg
20 Panzerkompanien
Spezialkräfte
HD W Kragenspiegel Inf.svg
BBM Barettabzeichen KSK pix.png
TZ SpecialForces.svg
5 Kommandokompanien
davon 1 Spezialkommandokompanie
Kampfunterstützungstruppen
Artillerietruppe
HD W Kragenspiegel Art.svg
BRM Barettabzeichen Art pix.png
TZ ART.svg
4 Raketenartilleriebatterien
13 Panzerartilleriebatterien
4 Beobachtungs-/ Aufklärungsbatterien
Heeresfliegertruppe
HD W Kragenspiegel HFlg.svg
BBM Barettabzeichen HFlg pix.png
APP-6 Army Aviation.svg
2 Transportregimenter
1 Kampfhubschrauberregiment
Pioniertruppe
HD W Kragenspiegel Pi.svg
BRM Barettabzeichen Pi pix.png
TZ PIO.svg
6 Bataillone
+6 Kompanien
Einsatz- und Führungsunterstützungstruppen
Fernmeldetruppe
HD W Kragenspiegel Fm.svg
BRM Barettabzeichen Fm pix.png
TZ FM.svg
1 Fernmelderegiment
+2 Bataillone
Heeresaufklärungstruppe
HD W Kragenspiegel HAufkl.svg
BSM Barettabzeichen HAufkl pix.png
TZ AU.svg
14 Spähkompanien
2 Aufklärungskompanien
2 Luftlandaufklärungskompanien
1 Fernspähkompanie
Heereslogistiktruppen Instandsetzungstruppe
HD W Kragenspiegel HLog.svg
BRM Barettabzeichen Inst pix.png
TZ INST.svg
10 Bataillone
Nachschubtruppe
HD W Kragenspiegel HLog.svg
BRM Barettabzeichen Nsch pix.png
TZ SPPL.svg
Sanitätsdienst Heer
HD W Kragenspiegel San.svg
BKM Barettabzeichen San pix.png
TZ SAN.svg
2 Sanitätskompanien
(nicht selbstständig)

 

Mitte 2013 wechselte der Militärmusikdienst im Heer zur Streitkräftebasis[A 5] Am 23. April 2013 wurde die ABC-Abwehrtruppe dem am gleichen Tag in Dienst gestellten ABC-Abwehrkommando und somit der Streitkräftebasis unterstellt.[10] Bereits im Jahr 2012 wurde die Heeresflugabwehrtruppe als Heerestruppe vollständig aufgelöst und ein Großteil der Aufgaben an die Luftwaffe abgegeben. Im Jahr 2001 hatte die neu aufgestellte Streitkräftebasis bereits einige der zuletzt zum Heer gehörenden Truppengattungen übernommen. Hierzu zählen die Feldjägertruppe, die Truppe für Operative Information, die Fernmeldetruppe EloKa und die 2003 aufgelöste Topographietruppe.

Standorte des Heeres

 

Standorte

Das Heer ist in Kasernen fast im gesamten Bundesgebiet stationiert. Keine größeren Truppenteile befinden sich lediglich in den Ländern Bremen, Hamburg und Berlin. Im französischen Straßburg befindet sich der einzige größere Standort des Heeres im Ausland. Die militärischen Anlagen, d. h. Kasernen, Depots und Truppenübungsplätze selbst stehen aber größtenteils nicht unter der Verwaltung des Heeres, sondern werden von Standort- und Truppenübungsplatzkommandanturen der Streitkräftebasis oder Dienststellen der Territorialen Wehrverwaltung betrieben.

Das Standortkonzept hat sich seit Ende des Kalten Krieges und spätestens mit Vorlage des Standortkonzeptes 2004 unter Bundesverteidigungsminister Peter Struck grundlegend verändert. Zahlreiche Standorte, die bis 1990 in der Nähe der zugewiesenen Verteidigungsräume der Truppenteile lagen, wurden einhergehend mit der Verkleinerung des Heeres aus Kostengründen geschlossen und die Truppenteile in wenigen Räumen konzentriert, die oftmals nahe geeigneter Ausbildungseinrichtungen (z. B. Truppenübungsplätze) liegen. Truppenkonzentration befinden sich heute beispielsweise in der Lüneburger Heide um die Truppenübungsplätze Munster und Bergen, in Ostwestfalen-Lippe (u. a. Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne), in Franken, an der Saar, Westthüringen, im Alpenraum und im Bayerischen Wald.[11]

Siehe auch: Kasernen der Bundeswehr heute, Liste der Bundeswehrstandorte in Deutschland, Liste ehemaliger Bundeswehrstandorte in Deutschland

Rekrutierung und Ausbildung

Rekrutierung

Das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw) ist eine Bundesoberbehörde, welche im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr für die Personalführung der Soldaten und Beamten bis einschließlich Besoldungsgruppe A16 sowie des Tarifpersonals ab Entgeltgruppe 9 sowie die militärische und zivile Personalgewinnung zuständig ist. Um eine umfassende Information von Interessenten über alle zivilen und militärischen Berufsbilder der Bundeswehr zu gewährleisten, werden 110 ständig besetzte und bis zu 200 mobile Karriereberatungsbüros eingerichtet. Neben diesen Elementen in der Fläche werden 16 Karrierecenter der Bundeswehr mit einem umfassenden Beratungs- und Informationsangebot für Politik, Behörden und Wirtschaft geschaffen.

Soldaten

Deutsche Soldaten mit G36 vor Spähpanzer Luchs in Bosnien, 2002

 

Das Heer ist seit dem Ende des Kalten Krieges deutlich verkleinert worden. Im August 2014 hat das Heer eine Friedensstärke von rund 62.000 Soldaten.[1] Seit 2001 sind alle Laufbahnen des Heeres uneingeschränkt für Frauen geöffnet. Im Heer dienen etwa 3.390 weibliche Soldaten. (Stand Dezember 2010).[12] Dies entsprach im Dezember 2010 einem Anteil von etwa 5,2 % an allen Berufs- und Zeitsoldaten im Heer. Der von einberufenen Wehrpflichtigen zu leistende Grundwehrdienst dauerte zuletzt sechs Monate. Die Wehrpflicht wurde zum 1. Juli 2011 ausgesetzt; die letzten Wehrpflichtigen wurden im Januar 2011 eingezogen. Seit dem 1. Juli 2011 besteht das Heer damit erstmals in seiner Geschichte – sieht man von dem kurzen Zeitraum zwischen 1955 bis 1957 ab – ausschließlich aus Freiwilligen.

Im Vergleich zur Gesamt- bzw. Heeresstärke anderer europäischer Armeen (z.B. von Frankreich, Großbritannien oder Italien) hat das deutsche Heer eine relativ geringe Stärke. Dies erklärt sich durch die deutsche Besonderheit der Organisationsbereiche der Streitkräftebasis und des Zentralen Sanitätsdienstes, in denen im großen Umfang Heeressoldaten (offizielle Bezeichnung: „Heeresuniformträger“) Dienst leisten. In allen Bereichen der Bundeswehr dienen derzeit rund 115.000 Heeresuniformträger.[3]

Nach dem Dienstverhältnis lassen sich die Soldaten in Berufssoldaten, Soldaten auf Zeit, und Freiwillig länger Wehrdienstleistende differenzieren.

 

Reservisten

Klassische ZMZ-Einsätze umfassen beispielsweise die Hochwasserbekämpfung gemeinsam mit zivilen Organisationen wie dem THW

 

Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland sieht für die Streitkräfte eine Wehrpflicht vor, die Mitte 2011 ausgesetzt wurde. Wehrpflichtige Männer wurden bisher in ihrem zuletzt mindestens sechs Monate dauernden Wehrdienst für eine Aufgabe in den Streitkräften ausgebildet und waren danach wie auch heute noch Freiwillige nach ihrer Dienstzeit in der Regel Teil der Reserve. Im Verteidigungsfall oder bei anderen Krisen könnte das Heer durch Reservisten daher deutlich aufwachsen. Zur Katastrophenbewältigung sind Reservisten ein wichtiges Kernelement der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit. Während im Kalten Krieg Soldaten nach ihrem aktiven Wehrdienst meist fest in Verbände des Territorialheeres eingeplant wurden, um im Verteidigungsfall das Feldheer zu unterstützen, sind viele ehemals beim Heer angesiedelte Aufgaben des Territorialheeres in den Aufgabenbereich der Streitkräftebasis übergegangen. Viele der Ergänzungstruppenteile im Heer wie die Heimatschutzverbände wurden aufgelöst und ihr für den Verteidigungsfall eingelagertes Material vernichtet. Gediente Soldaten sind nach ihrer Dienstzeit zwar weiterhin Reservisten, werden aber deutlich seltener als im Kalten Krieg fest einem nicht aktiven Verband zugeordnet. Wehrübungen sind mittlerweile selten und meist freiwillig. Dennoch sind auch heute noch im Heer weiterhin Dienstposten für Reservisten ausgeplant und es existieren weiterhin einige wenige Ergänzungstruppenteile im Heer. Dazu zählen im Heer beispielsweise zwei nicht aktive Panzergrenadierbataillone und zwei Aufklärungsbataillone. Diese Verbände verfügen in der Regel aber über kein eigenes schweres Gerät, sondern sind als Ausbildungsverbände konzipiert, die zur Ausbildung auf das Gerät aktiver Verbände zurückgreifen. Die Zahl dieser strukturgebundenen Beorderungsdienstposten für Reservisten (Verstärkungsreserve) im Heer beträgt 6.000 Soldaten. Weitere Reservisten sind „als Ersatz“ oder zur Verstärkung („Spiegeldienstposten“) regulärer Dienstposten in aktiven Truppenteilen im Heer eingeplant. Diese Reservisten bilden die Personalreserve, die rund 29.000 Dienstposten umfasst.[2].[A 6] Alle sonstigen nicht fest auf Dienstposten eingeplanten Reservisten bilden die mehrere hunderttausend Heeressoldaten umfassende allgemeine Reserve. Besondere Bedeutung hat die Verwendung von besonders fachlich qualifizierten Reservisten zur Deckung eines besonderen Bedarfes bei den Auslandseinsätzen. Reservisten können durch Wehrübungen und die Teilnahme an Lehrgängen innerhalb ihrer Laufbahn befördert werden und ggf. in die nächste Laufbahn aufsteigen, höchstens jedoch bis zum Dienstgrad Oberst.

Ausbildung

Alle Soldaten des Heeres durchlaufen zunächst die dreimonatige Grundausbildung (GA). Die Inhalte der Grundausbildung sind identisch in allen Organisationsbereichen der Streitkräfte. Zur Durchführung der Grundausbildung bilden die Bataillone meist spezielle Ausbildungskompanien. Mehrheitlich erst nach der Grundausbildung werden die Soldaten in ihre Stammeinheiten versetzt. Die weitere Ausbildung erfolgt für die meisten Soldaten im aktiven Dienst meist in den regulären Kompanien. Ausnahmen sind die Offizieranwärterbataillone, die für Offizieranwärter zunächst Ort ihrer truppengattungsunabhänigen Ausbildung sind. Besondere laufbahn- oder truppengattungsspezifische Lehrgänge werden vor allem an den Schulen des Heeres und an den Zentren des Heeres durchgeführt. Daneben gibt es auch spezielle Ausbildungseinheiten, die beispielsweise die Ausbildung angehender Kraftfahrzeugmechaniker, Richtschützen, Kraftfahrer durchführen und mittlerweile teils im Bereich der Streitkräftebasis angesiedelt sind. Jeder erfolgreiche Ausbildungsabschnitt wird durch die Ausbildungs- und Tätigkeitsnummer (ATN) nachgewiesen. Obligatorisch für Unteroffiziersanwärter ist der Besuch der Heeresunteroffizierschule, während die angehenden Offiziere die Offizierschule des Heeres zum Erwerb ihrer Offiziersbriefe besuchen müssen. Viele Lehrgänge sind mittlerweile aber auch an Ausbildungseinrichtungen der Streitkräftebasis zu absolvieren. Offiziere aller Teilstreitkräfte absolvieren an den Universitäten der Bundeswehr in den allermeisten Fällen ein ziviles Studium, das nicht in direktem Zusammenhang mit ihrer militärischen Verwendung stehen muss. Für die Ausbildung und Weiterentwicklung der Truppengattungen tragen dabei die Kommandeure einiger Schulen oder Zentren neben den Verantwortlichen im Ausbildungskommando Heer und im Amt für Heeresentwicklung besondere Verantwortung. Diese besetzen die Dienststellungen General der Infanterie, General der Panzertruppen, General der Heeresaufklärungstruppe, usw. Fast jede Truppengattung weist ein Lehrbataillon oder mindestens eine Lehrkompanie auf, die in besonderer Weise neben ihren Aufgaben als regulärer Verband an der Ausbildung und Weiterentwicklung der Truppengattung beteiligt ist und daher auf die Zusammenarbeit mit den entsprechenden Schulen angewiesen ist. Diese Verbände und Einheiten dienen zur Erprobung neuer Technologien, Dienstvorschriften und Verfahren, sowie zur Demonstration der Fähigkeiten der Truppengattung. Die meisten dieser Verbände sind Teil der Panzerlehrbrigade 9.

Dienstgradein die drei Laufbahnen Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere gliedern. Die Laufbahnen Unteroffiziere und Offiziere sind nochmals in Dienstgradgruppen untergliedert. Niedrigster Rang im Heer ist der Soldat mit der Dienstgradbezeichnung seiner Waffengattung wie Jäger, Panzerschütze, Panzergrenadier, Kanonier u.w.. Höchster Rang im Heer ist der Dienstrang eines Generals. Dieser wird nur Soldaten verliehen, die eine Position oberhalb der Befehlsstruktur des Heeres einnehmen; der Inspekteur des Heeres ist ein Generalleutnant. Die Anrede eines Offiziers ab Brigadegeneral ist unabhängig vom tatsächlichen Dienstrang „Herr General“. Die Bezeichnungen der Dienstgrade sind in den Teilstreitkräften Heer und Luftwaffe identisch.

 

Ausrüstung

Fahrzeuge und Hauptwaffensysteme

Der Tiger ist neben dem Puma und dem NH90 eines der größten Rüstungsvorhaben des Heeres

 

Die Hauptwaffensysteme sind der Kampfpanzer Leopard 2, der Schützenpanzer Marder und voraussichtlich ab 2014[13] dessen Nachfolger, der Schützenpanzer Puma. Weitere Systeme sind der Waffenträger Wiesel sowie die Artilleriesysteme MARS und Panzerhaubitze 2000. Dazu gesellen sich weitere ungepanzerte und gepanzerte Rad- und Kettenfahrzeuge, sowie die Transport-, Verbindungs- und Kampfhubschrauber der Heeresflieger. Eine Schätzung über die zurzeit nach StAN verfügbaren Hauptwaffensysteme (nur Ausgewählte mit Offensivwaffen) in den Bataillonen und Regimentern des Heeres sowie die in der Bundeswehr insgesamt vorhandene Exemplare gibt folgende Tabelle Auskunft:

Fahrzeug Bild Anzahl Verteilung und Anmerkungen
Bundeswehr davon im Heer[A 7]
Aktive Systeme
Kampfpanzer
Leopard 2
Kpz Leopard 2 IST: 350[14]
PLAN: 225[14]
IST: 264 zurzeit 44 Stück je Panzerbataillon
Schützenpanzer
Marder
Spz Marder IST: 406[15]
PLAN: 0[14]
IST: maximal 280[15]
PLAN: 0[14]
a) wird bei der Panzergrenadiertruppe durch Schützenpanzer Puma ersetzt und dann ausgemustert
b.) teils in Verwendung bei der beobachtenden Artillerie. Dort Ablösung durch Fennek[16]
Raketenartilleriesystem
MARS
MARS IST: 55[17][14]
PLAN: 38[14]
IST: 32 zurzeit 8 je Raketenartilleriebatterie
Panzerhaubitze 2000 Panzerhaubitze 2000 IST: 148[14]
PLAN: 81[14]
IST: 104 zurzeit 8 je Panzerartilleriebatterie
Waffenträger
Wiesel 1 TOW und MK
Wiesel 1 mit 20-mm-Maschinenkanone IST: 272[17] IST: 120 (TOW & MK) Varianten TOW und MK für u. a. Infanterieverbände.
In den schweren Kompanien: 60 Stück in der Variante TOW und 60 Stück in der Variante MK
Rüstungsvorhaben und Systeme im Zulauf
Schützenpanzer
Puma
Spz Puma (Versuchsträger) IST: 2[18]
PLAN: 350[14][13]
IST: 0 Zulauf voraussichtlich ab 2014[19][13]
Unterstützungshubschrauber
Tiger
UH Tiger IST: 31[15][A 8]
PLAN: 40 [20]
IST: maximal 10[A 9][15] vorgesehen für Kampfhubschrauberregiment 36 (Fritzlar)

 

Handwaffen

Als Bewaffnung stehen dem Soldaten je nach Einsatzzweck zahlreiche Handwaffen zur Verfügung – meist das Sturmgewehr HK G36. Manche Soldaten führen als Ordonnanzwaffe weiter das G3, das gegenüber dem G36 den Vorzug einer höheren Durchschlagskraft bietet. Fahrzeugbesatzungen führen häufig die MP2 (Uzi) als Standardwaffe. Die Uzi wurde durch die HK MP7 bereits teilweise ersetzt. Die Standardpistole der Bundeswehr ist die P8 – die Vorgängerpistole P1 ist nur noch selten in Gebrauch. Infanteriegruppen führen außerdem meist ein Maschinengewehr MG3 oder HK MG4 mit sich. Die Scharfschützen in den Infanterie- und Panzergrenadierkompanien führen das G 22 oder G82, die Zielfernrohrschützen einer Infanterigruppe meist eine modifizierte Version des G3. Zur Panzerabwehr steht neben der Panzerfaust 3 auch die Panzerabwehrlenkrakete MILAN zur Verfügung. Letztere wird jedoch bevorzugt aufgesessen zum Einsatz gebracht. Von abgesessenen Infanteriegruppen kann auch die Granat-Maschinen-Waffe GMW 40 und der Mörser 120 mm eingesetzt werden. Aufgrund des hohen Gewichts werden die MILAN, der HK GMW sowie der 120 mm-Mörser überwiegend auf Waffenträger verlastet oder überwiegend ortsfest eingesetzt; sie sind daher keine klassischen Handwaffen.

Siehe auch: Infanterist der Zukunft und Liste der Handwaffen der Bundeswehr

Nukleare Gefechtsfeldwaffen

Der Einsatz nuklearer Gefechtsfeldwaffen durch die Artillerietruppe des Heeres war im Kalten Krieg eine taktische Option für den Verteidigungsfall, wenn auch die entsprechenden Granaten und Raketen erst durch die amerikanischen Streitkräfte im Rahmen der Vereinbarungen zur nuklearen Teilhabe bereitgestellt werden mussten. Obwohl technisch auch heute noch möglich, führten Beschlüsse der nuklearen Planungsgruppe der NATO 1991 zu einem Verzicht solcher Einsatzszenarien.

Uniform

Dienstanzug

Fallschirmjäger im Großen Dienstanzug mit bordeauxrotem Barett und grüner Waffenfarbe. Vorne die Fahnenabordnung mit Truppenfahnen der Bundeswehr.

 

Der Dienstanzug des Heeressoldaten unterscheidet sich vom Dienstanzug aller anderen Teilstreitkräfte und ist überwiegend in Feldgrau gehalten. Auch in der Streitkräftebasis dienen Heeresuniformträger. Im Vergleich zur Marine wird der Dienstanzug im normalen Truppendienst seltener getragen. Zum Dienstanzug gehört das Barett (bei der Gebirgstruppe die Bergmütze). Durch Barettfarbe und Barettabzeichen ist meist eine Identifikation der Truppengattung möglich. Ausnahmen davon sind aber zahlreich. Beispielsweise tragen die meisten Angehörigen eines Luftlandeverbandes das bordeauxrote Barett. Offizieranwärter tragen ein marineblaues Barett mit dem Abzeichen der Truppengattung für die sie vorgesehen sind. Marineblaue Baretts tragen beispielsweise auch Angehörige der multinationalen Deutsch-französischen Brigade und einiger multinationaler Korpsstäbe. Letztere Soldaten tragen außerdem auch einheitliche Barettabzeichen, so dass keine Identifizierung der Truppengattung anhand ihrer Kopfbedeckung möglich ist. Die Heeresuniformträger des Wachbataillons tragen eine besonderes Barettabzeichen – für sie gelten ohnehin in Hinblick auf die Uniform zahlreiche Besonderheiten. Gebirgsjäger und andere jetzige oder ehemalige Gebirgstruppenteile tragen eine abgewandelte Form des Dienstanzugs. Zum Berganzug mit Skibluse und Keilhose tragen diese die Bergmütze und Bergstiefel. Die Laufbahnen und eingeschränkt auch die Dienstgradgruppen lassen sich neben den Dienstgradabzeichen auch an den verschiedenartig ausgeführten Paspelierungen an den Schulterklappen und Kragen sowie den Doppellitzen der Krangenspiegel erkennen (für Generale beispielsweise goldene Kordel als Paspel oder Litze, für andere Offiziere Silber, für Unteroffiziere mit Portepee altgolden usw.). Eine weitere Identifikation der Truppengattung kann über die Waffenfarbe am Kragenspiegel und an den farblichen Unterlegungen oder Umrandungen der Dienstgradabzeichen bzw. Schulterklappen vorgenommen werden. Die Dienstgradabzeichen selbst bestehen beim Dienstanzug nicht mehr aus einfachem Druck oder Stickereien sondern sind aus Metall gefertigt und werden auf die Schulterklappen aufgesteckt. Am linken Ärmel wird immer das gestickte Verbandsabzeichen des Großverbandes getragen, also das der Brigade, der Division, des entsprechenden Stabes (z. B. Verbandsabzeichen des Heersführungskommandos oder der Truppenschule), des Wehrbereichskommandos usw (siehe auch Liste der Verbandsabzeichen der Bundeswehr). An der rechten Brusttasche darf zusätzlich ein internes Verbandsabzeichen getragen werden, das die Zugehörigkeit zu einer Einheit, einem Bataillon oder anderen Verband demonstriert. Dazu kommen eine ganz Reihe weiterer Abzeichen, die auf die Dienststellung, Ausbildung oder Verdienste der einzelnen Träger zurückgehen. Kompaniefeldwebel tragen zum Beispiel eine goldene Kordel über die Schulter. Unteroffiziere und Mannschaften eine ggf. erworbene Schützenschnur. Auszeichnungen, z. B. das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit andere Ehrenzeichen der Bundeswehr oder für die Teilnahme an Einsätzen, werden meist über der linken Brusttasche als Bandschnalle getragen. Ärmelbander werden im Heer nur von wenigen Heeresuniformträgern getragen. Dies sind im Bereich des Heeresführungskommandos nur die Heeresflieger und die Soldaten der Panzerlehrbrigade 9. Im Bereich des Ausbildungskommandos Heer beispielsweise die Angehörigen (nicht Lehrgangsteilnehmer) der Offizierschule des Heeres. Einige für bestandene Lehrgänge verliehene Abzeichen oder durch bestimmte Qualifikationen erworbene, z.B. das Fallschirmspringerabzeichen, das Heeresbergführerabzeichen oder andere Tätigkeitsabzeichen werden wiederum meist oberhalb der rechten Brusttasche angebracht und sind aus Metall. Uniformknöpfe, Stickereien der Ärmelbänder und Dienstgradabzeichen aus Metall sind silberfarben, nur für die Dienstgradgruppe Generale sind sie goldfarben.

Für besonders feierliche Anlässe (Großer Zapfenstreich, Trauerfeiern) kann der Große Dienstanzug befohlen werden. Die Soldaten tragen dann beispielsweise oft Helm statt Barett, Kampfstiefel statt Halbschuhe, Überfallhose und Lederkoppel über der Dienstjacke oder dem Mantel. Besondere Uniformabwandlungen zeichnen auch die Feldjäger, die meisten Angehörigen der Musikkorps oder Fahnenkommandos aus, denn diese tragen zum Dienstanzug das Weißkoppelzeug.

Feldanzug

Die häufigste Anzugart im Heer ist der Feldanzug in seiner Grundform. Zu Kampfstiefeln (oder Bergstiefeln) Feldhose und Feldbluse in Flecktarnmuster (bei Panzerbesatzungen und Heeresfliegern auch einteilige Panzerkombinationen in oliv oder flecktarn) wird dazu im Gefechts- und Wachdienst meist die Feldmütze oder Gefechtshelm getragen. Damit wird häufig die Splitterschutzweste oder die Feldkoppel (Tragehilfe für Klappspaten, Feldflasche, Kampfmesser etc.) kombiniert. Außerhalb des Wach- und Gefechtsdienstes wird häufig zum Feldanzug das Barett oder die Bergmütze getragen. Die Dienstgradabzeichen sind einfacher als am Dienstanzug und bestehen nur aus gedruckten oder gestickten Dienstgradschlaufen die auf die Schulterklappen aufgeschoben werden. Die Truppengattung kennzeichnet keine Paspelierung sondern einfache Litzen, die ebenfalls auf die Schulterklappen aufgeschoben werden. Im Unterschied zur Marine sind die Stickereien für Mannschaften und Unteroffiziere nie goldfarben. Die Dienstgradabzeichen der Offiziere von Marine und Heer unterscheiden sich ohnehin in ihrer Form, obwohl die Stickereien für Generale des Heeres ebenfalls goldfarben sind. Nur in der Tarnausführung (schwarze Stickereien) gleichen sich die Abzeichen der Mannschafts- und Unteroffizierdienstgrade von Heer und Marine. Eine Unterscheidung ist dann nur – gegebenenfalls neben der Kopfbedeckung – über die fehlende Litze der Marineuniformträger möglich. Der Unterschied zum Feldanzug der Luftwaffe ergibt sich deutlich durch die auf den Luftwaffendienstgradschlaufen aufgestickten Schwingen. Verbandsabzeichen werden nicht am Feldanzug getragen; das interne Verbandsabzeichen als Anhänger nur außerhalb des Gefechtsdienstes sonst manchmal auch als (nicht fest angebrachtes) Ärmelabzeichen. Tätigkeits- und an Lehrgänge gebundene Abzeichen (z. B. bestandener Einzelkämpferlehrgang) sind im Gegensatz zur Ausführung für den Dienstanzug am Feldanzug lediglich gestickt und aufgenäht. Besondere Auszeichnungen, die am Dienstanzug meist als Bandschnalle getragen werden, werden am Feldanzug nicht getragen.